Müdigkeit

Gewichtsverlust

Wenn Sie ständig eine abnorme Müdigkeit (genannt „Fatigue“) spüren, die Sie früher nicht kannten und die auch durch mehr Schlaf nicht besser wird, sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt sprechen. „Fatigue“ tritt bei Krebserkrankungen meistens auf, wenn der Tumor wächst. Bei Blutkrebs (Leukämie) tritt die lähmende Müdigkeit auch schon im Anfangsstadium auf.

Fieber

Treten die Symptome jedoch über einen längeren Zeitraum oder zusammen auf, ist auf jeden Fall Achtsamkeit geboten – ohne in Panik zu verfallen.

Die „American Cancer Society“ hat eine Checkliste mit Beschwerden herausgegeben, die als Krebs-Frühwarnsymptome gelten, aber häufig nicht ernst genommen werden:

Wenn Sie mehr als fünf Kilogramm abnehmen, ohne dass es mögliche Gründe (z. B. weniger Essen, körperlich anstrengende Tätigkeit, Medikamente) gibt, ist das auf jeden Fall ein Warnzeichen, dass sich etwas in Ihrem Körper verändert hat. Vor allem bei Tumoren im Magen-Darm-Trakt und bei Lungenkrebs kommt es zu Gewichtsverlust.

Rund 450 000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich neu an Krebs. Je eher sie die tückische Krankheit erkennen, desto besser sind die Überlebenschancen. Allerdings haben viele Krebsarten gerade im Anfangsstadium unspezifische Symptome, die leicht als Zipperlein abgetan werden können, als Stresssymptom oder Verschleißerscheinung.

Häufig wiederkehrende Schmerzen in bestimmten Körperregionen können auf Tumore hinweisen. So treten bei Knochenkrebs oder Hodenkrebs in sehr frühen Stadien Schmerzen auf. Wiederkehrende Kopfschmerzen, die auch durch Behandlung nicht besser werden, können auf einen Hirntumor hinweisen. Rückenschmerzen können Warnzeichen für Darm- oder Eierstockkrebs sein.

Verlieren Sie trotz allem an Gewicht, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Er wird Ihnen gegebenenfalls eine geeignete Ernährungstherapie empfehlen. Dazu stehen so genannte Formuladiäten oder energie- und kalorienreiche Getränke aus der Apotheke zur Verfügung.

Obwohl ein Krebstumor nur an bestimmten Stellen, in bestimmten Organen zu finden ist, verändert seine Anwesenheit den gesamten Stoffwechsel des Körpers. Unter dem Einfluss von Signal- und Botenstoffen, die die Krebszellen selbst produzieren, werden Fettspeicher abgebaut, Muskeleiweiß aufgezehrt und der Energiebedarf des Körpers angekurbelt. Für den Patienten wird es schwieriger, den Energieverlust mit der Nahrung auszugleichen. Insbesondere, wenn noch Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall hinzukommen, kommt es auf jede Mahlzeit an, die Sie als Patient erfolgreich zu sich nehmen können.

Natürlich ist es auch während der Krebsbehandlung vorteilhaft, auf eine abwechslungsreiche Ernährung zu achten. Von Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffe profitiert Ihr Körper jetzt ganz besonders. Noch wichtiger ist jedoch, dass Sie genügend Energie und Kalorien zu sich nehmen. Wenn Sie Obst, Gemüse oder Vollkorn schlecht vertragen, essen Sie jetzt lieber das, auf das Sie Lust haben.

Ein Gewichtsverlust muss nicht in jedem Fall gefährlich sein, versuchen Sie dennoch Ihr Gewicht während der Krebsbehandlung möglichst zu halten. Geht Ihnen nämlich zuviel Substanz verloren, fühlen Sie sich schwach und matt, Ihr allgemeines Wohlbefinden leidet darunter. Wiegen Sie sich regelmäßig und notieren Sie Ihr Gewicht in einem kleinen Tagebuch. Einen weiteren Anhaltspunkt bietet der Body-Mass-Index. Er errechnet sich nach der Formel:

Das Ergebnis sollte einen Wert von 20 nicht unterschreiten, ein BMI unter 18,5 bedeutet bereits Untergewicht. Darüber hinaus wird Ihr behandelnder Arzt Ihre körperliche Verfassung und Konstitution während der Behandlung regelmäßig überprüfen. Dazu kann er mit Hilfe einer Hautfaltenmessung an Oberarm und Hüfte den Körperfettgehalt abschätzen.

Body-Mass-Index (BMI) = Körpergewicht (kg) : Körpergröße² (m²)

Damit Sie Ihr Körpergewicht halten, sollten Sie sich während einer kräftezehrenden Krebstherapie möglichst kalorienreich ernähren. Probieren Sie aus, welche Nahrungsmittel Ihnen bekommen, welche Art der Zubereitung sie mö gen und zu welcher Zeit Sie am liebsten essen – jeder hat da etwas andere Vorlieben. Anders als bei der Ernährung für Gesunde ist für Krebspatienten das Fett der beste Energielieferant. Vor allem tierische Fette können die Körperzellen jetzt gut verwerten, z.B. aus Butter oder Sahne.Allerdings kann Ihre Fettverdauung auf Grund der Erkrankung gestört sein. Insbesondere die langkettigen Fettsäuren können dann vom Darm nur schlecht aufgenommen werden. Hier bieten sich Produkte mit vorwiegend mittelkettigen Fettsäuren an, so genannte MCT-Fette (MCT=medium chain triglycerides). Sie gelangen problemlos in den Körper und sind gut zu verwerten. Um für genügend Eiweiß zu sorgen, halten Sie sich an beispielsweise an Soja-Tofu, Milchprodukte oder Hülsenfrüchte; sie sind besonders eiweißreich.

Krebs ist eine zehrende Krankheit. Bei Darmkrebs wie auch bei anderen Krebserkrankungen verlieren die Patienten nicht selten an Gewicht. Grund dafür ist oft mangelnder Appetit oder Ekel vor vielen Nahrungsmitteln, insbesondere während einer Chemo- oder Strahlentherapie. Die schleichende Unterernährung schwächt den eh schon belasteten Körper noch zusätzlich, was wiederum zu Mattheit und Appetitlosigkeit führt; ein bedrohlicher Teufelskreis. Achten Sie deshalb während der Krebstherapie auf Ihr Gewicht und essen Sie, trotz der Beschwerden, so gut es geht. In solchen Phasen ist alles von dem erlaubt, was Ihnen schmeckt und worauf Sie Lust haben.

Greifen Sie zu kalorienreichen Lebensmitteln wie Sahnetorten oder Sahnejoghurt. Auch die Brotauflage z.B. mit Käse sollte etwas üppiger ausfallen. Bereiten Sie Mahlzeiten mit fettreichen Saucen, schwenken Sie Nudeln in Butter und essen Sie Dessertspeisen.